Sie suchen einen Job, der zu Ihnen passt und Ihnen Spaß macht? Dann dürfte dieser Artikel für Sie sehr interessant sein. Denn natürlich schauen sich heute potenzielle Arbeitgeber auch die Social-Media-Profile von Bewerbern an. Das können Sie gezielt dafür nutzen, Ihre Chancen bei der Jobsuche zu verbessern.

Es geht nicht nur um ein gutes Foto

Die meisten Ratgeber im Internet zum Thema „Social Media“ und „Bewerbung“ empfehlen seriöse Profile bei Facebook & Co. Das ist auch völlig richtig: Schon die Fotos, die manche Menschen von sich online preisgeben, erlauben nicht die günstigsten Rückschlüsse auf Verhalten und Persönlichkeit. Entsprechend ist es richtig und wichtig, auf die Qualität von Fotos und auch von Texten zu achten.

Das heißt nicht, dass Sie auf Ihren Facebook- und Instagram-Fotos aussehen sollen wie verkleidet. Sondern es geht darum, dass Sie natürlich und sympathisch wirken, ohne sich irgendwie zu verstellen. Und dass Sie sich für Ihren potenziellen Arbeitgeber schon in Ihren Social-Media-Profilen attraktiv machen.

Lassen Sie uns drei wichtige Themen genauer beleuchten: Erstens die Anforderungen an ein gutes Profil, zweitens die Qualität Ihrer Postings und drittens konkrete Aktivitäten, die Sie im Sinne von „Social Selling“ weiterbringen – indem Sie sich selbst als Fach- oder Führungskraft verkaufen.

Ihr professionelles Social-Media-Profil für die Jobsuche

Der bekannte Tipp stimmt natürlich: Bitte keine Party- und Besäufnis-Fotos – sonst rechnet jeder Arbeitgeber damit, dass Sie sich vermutlich jeden Montag krankmelden. Und wo Ihre Prioritäten liegen, lässt sich aus Party-Fotos auch wunderbar ableiten.

Also organisieren Sie sich ein Profilfoto, das Sie gut erkennbar im Porträt zeigt, ohne wie ein Bewerbungsfoto auszusehen. Oft sind Ausschnitte aus schönen Schnappschüssen wunderbar. Manchmal hat es auch Sinn, das Foto zu stellen. Für ein gutes Foto gelten folgende Regeln:

  • Halten Sie mindestens zwei Meter Abstand zur Wand ein, damit sich kein harter Schatten bildet. Fotografieren Sie sich von vorne oder ganz leicht von oben. Keinesfalls von unten – das lässt Sie dicker wirken als Sie sind.
  • Beleuchten Sie sich nötigenfalls leicht mit Kunstlicht. Und pudern Sie sich – auch die Männer – vorher leicht ab, damit die Haut nicht glänzt.
  • Positionieren Sie die Kamera möglichst weit weg von sich und zoomen Sie. Gemeint ist ein optischer Zoom, Smartphones vergrößern nur einen Bildausschnitt („digitaler Zoom“). Warum zoomen? Ganz einfach: Auch Weitwinkel macht dick.

In der Beschreibung zu Ihrem Profil bringen Sie bitte nicht einfach nur Ihren Lebenslauf. Sondern stellen Sie auch dar, wofür Sie sich fachlich interessieren und begeistern! Wenn in Ihrem Facebook-Profil unter „Info“ eine kurze Episode steht und Sie schreiben: „Seitdem interessiere ich mich besonders für Datenschutz und zugehörige IT-Anwendungen“, wirkt das auf potenzielle Arbeitgeber viel besser, als wenn da keine Einträge sind. Und natürlich ist Ihre Vita nachlesbar und stimmt mit dem Lebenslauf überein, den Sie rausgeben.

Also schauen Sie, dass Sie Ihre Profile vollständig ausfüllen – mit Inhalten, die für Ihr Interesse an Ihrem Fachgebiet sprechen.

Die richtigen Postings für Ihre Jobsuche per Social Media

Ein professionelles Profil ist die Basis dafür, dass das funktioniert, was ich Ihnen jetzt vorschlagen will. Wir kommen zu einer wahrhaften Guerilla-Methode der Jobsuche.

Irgendwann wird ein potenzieller Chef Ihre Profile in den Social Media anschauen. Das sollten Sie vorbereiten. Damit dann Ihre Bewerbung eintreffen kann und Ihr potenzieller Chef im Netz „ganz zufällig“ sieht, dass Sie sich ja tatsächlich für Ihr Fachgebiet interessieren.

Also posten Sie Fachliches! Recherchieren Sie den Stand der Forschung, verlinken Sie aktuelle Studien. Posten Sie auch mal eine Einschätzung – also: Wie werten Sie eine bestimmte Entwicklung? Und geben Sie gerne auch Tipps, die dann natürlich auch fundiert sein müssen.

In einem Medium wie LinkedIn können Sie auch längere Texte schreiben, sogenannte Artikel. Wer Ihr Profil dort durchschaut, stößt darauf. Und wenn Sie tatsächlich immer wieder kluge Beiträge zum Thema bringen, bauen Sie sich einen Expertenstatus auf. Denn natürlich empfiehlt es sich heute auch für Menschen in abhängiger Beschäftigung, sich als Experten zu positionieren. Schließlich ist das Problem nicht, irgendwelche Leute zu finden – die Herausforderung ist, gute Leute zu finden.

Treten Sie in den Austausch!

Die dritte Stufe dieser Guerilla-Taktik ist es dann, mit potenziellen Arbeitgebern in Austausch zu treten. Und zwar sobald Ihre Social-Media-Profile aufgebaut sind und Sie konsequent Texte zu Ihrem Fach posten.

Wenn diese Grundlage steht, können Sie über die üblichen Job-Plattformen schauen, wer welche Stellen besetzen will. Die Ansprechpartner finden Sie dann meistens auch über Xing oder LinkedIn. Doch Vorsicht: Personalchefs sind vor allem in größeren Unternehmen nicht unbedingt im Thema. Daher sollten Sie auf jeden Fall den Ansprechpartner in der jeweiligen Fachabteilung herausfinden (es sei denn natürlich, Sie wollen in der Personalabteilung arbeiten).

Und dann haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bewerben sich am offiziellen Weg vorbei über eine Social-Media-Plattform. Oder – und das ist der eigentliche Social-Selling-Gag – Sie treten mit den Entscheidern fachlich in Kontakt, ohne die Stellenausschreibung zu erwähnen. In beiden Fällen werden Ihre Profile bezeugen, dass Sie super geeignet sind. Und im zweiten Fall wird man Sie sehr rasch auf die Stellenausschreibung hinweisen und Sie bitten, sich zu bewerben.

Social Selling – das bedeutet, dass Sie sich als begehrte Fach- oder Führungskraft selbst verkaufen. Über Social Media funktioniert das deswegen besonders gut, weil Sie dort (fast) alle Entscheider unkompliziert erreichen und sich mit ihnen rasch fachlich austauschen können. Die Basis dieses Verkaufs ist, dass alle hinterlegten Informationen – also Ihr Profil samt Foto – für Sie sprechen.

Viel Erfolg bei Ihrer Jobsuche und Glück auf!

Ihre Denise Adomeit