Weltweit stehen Führungskräfte aktuell vor der Herausforderung, ihr „New Now“ zu definieren. Wie sieht die Unternehmenswelt nach Corona aus? Wie haben sich Führung und Zusammenarbeit verändert, welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf die Vision des Unternehmens und die proklamierten Werte? Lesen Sie in diesem Beitrag, warum Führungskräfte jetzt umso mehr gefragt sind, Werte im Denken und Handeln vorzuleben und zu vermitteln – und worauf es besonders ankommt.

Führungskompetenz ergibt sich nicht von selbst

Menschen zeigen in Krisen und Konfliktsituationen ihr wahres Gesicht – und die Werte, die sie wirklich antreiben. Bestimmt ist Ihnen in der letzten Zeit auch der ein oder andere Kandidat negativ aufgefallen. Besonders unschön ist es, wenn es sich dabei um Führungskräfte handelt, die auf einmal Prioritäten setzen und Eigenschaften an den Tag legen, die dem bislang kommunizierten Wertekanon absolut nicht entsprechen. Was viele Führungskräfte leider vergessen: Leadership bedeutet nicht nur, zu planen, Strategien zu entwickeln und dann Aufgaben und Verantwortung zu delegieren. Gute Führungskräfte zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur fachlich top sind, sondern auch eine soziale, persönliche, emotionale und ethische Kompetenz mitbringen. Und hier hapert es leider bei einigen Menschen gewaltig.

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Führungskompetenz bedeutet, Werte vorzuleben und zu reflektieren

Oftmals liegt die Ursache darin begründet, dass ein Mitarbeiter zur Führungskraft befördert wird und gar nicht weiß, was er dann tun soll. Statt neue Leader systematisch aufzubauen, regeln zu viele Unternehmen ihre Karrierepfade immer noch nach Gesichtspunkten wie Betriebszugehörigkeit oder Erfolg. Doch ein Spitzenverkäufer ist nicht automatisch auch ein guter Vertriebsleiter. Und nur weil ein Mitarbeiter seit zehn Jahren in der Company ist, heißt das noch lange nicht, dass er das Zeug zur Führungskraft hat. Gerade im Vertrieb haben Führungskräfte eine wichtige Leitbildfunktion für ihre Mitarbeiter müssen dieser Verantwortung gerecht werden – ob sie nun wollen oder nicht. Das gilt für das persönliche Engagement für das Team, das gemeinsame (Umsatz-)Ziel und natürlich auch für den Umgang mit Kunden.

  1. Einer für alle, alle für einen: Viele Unternehmen mussten durch die Corona-Krise finanzielle Einbußen in Kauf nehmen oder sind sogar in eine wirtschaftlich bedrohliche Situation geraten. Jetzt kommt es auf den Einsatz jedes Mitarbeiters im Vertrieb an, um das Ruder nochmal herumzureißen. Hier sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Führungskraft nicht nur einen Schlachtplan entwickelt, sondern selbst an vorderster Front mit dabei ist und vor versammelter Mannschaft zum Telefonhörer greift, Akquisegespräche führt, bei der Erstellung von Angebotspräsentationen unterstützt und so weiter.
  2. Regeln definieren und selbst befolgen: Sie erwarten von Ihrer Mannschaft, dass alle ihr Bestes geben, sich gegenseitig unterstützen und nicht nach der Stechuhr schielen, wenn es einen wichtigen Auftrag an Land zu holen gilt? Dann müssen Sie genau diese Werte auch selbst vertreten! Wer als Chef ständig während der Arbeitszeit private Termine wahrnimmt, am Freitagmittag bereits ins Wochenende verschwindet und Mitarbeiter tagelang auf dringend benötigtes Feedback warten lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Teammitglieder ihren Job bestenfalls als Maßnahme zur Existenzsicherung betrachten.
  3. Werte kontinuierlich reflektieren: Die Zeiten, in denen Werte in Stein gemeißelt waren, sind lange vorbei. Sie wünschen sich Mitarbeiter, die mit Freude und Begeisterung bei der Sache sind und als überzeugende Botschafter Ihres Unternehmens auftreten? Hier sind Sie als Leader gefragt, den dafür nötigen Rahmen und das Arbeitsklima für ein produktives Miteinander zu schaffen. Gehen Sie mit Ihren Leuten ins Gespräch, fragen Sie sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen und versuchen Sie, einen guten Mittelweg zu finden. Denken Sie daran, dass gerade für jüngere Mitarbeiter zwischen Anfang Zwanzig und Mitte 30 oftmals Werte wie Sinnhaftigkeit, Wertschätzung, Weiterentwicklung, Transparenz und individuelle Gestaltung der Arbeitszeit wichtiger sind als Karriere, Status und Prestige.

Eine weitere wichtige Führungskompetenz ist meiner Ansicht nach auch die Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion, gerade in der jetzigen Zeit. Wer nach dem Lockdown einfach so tut als ob nichts gewesen wäre und nach Schema F weitermacht, braucht sich nicht zu wundern, wenn der ersehnte Erfolg ausbleibt. Welche neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit haben sich in Ihrem Team bewährt, was wirkt sich positiv auf die Leistung und Arbeitsfreude aus? Gehen Sie mutig neue Wege. Wichtig ist, dass Sie dabei Ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren und auch Ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken ehrlich reflektieren. Denn nur, wer sich selbst führen kann, ist in der Lage, für andere ein Leitbild zu sein und seine Mannschaft auch in Krisenzeiten zu führen, weiterzuentwickeln und zum gemeinsamen Erfolg zu führen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck