In Sachen Personalauswahl tut sich in vielen Unternehmen aktuell gar nichts. Der Grund: Wegen der Krise warten Führungskräfte und HR lieber ab, wie sich der Markt entwickelt. Warum das zu kurz gedacht ist und wieso die Auswahl passender Mitarbeiter letztendlich immer ein Glücksspiel bleiben wird, lesen Sie hier.


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Verkaufen. Der Podcast von Martin Limbeck

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Warum Sie gerade in der Krise rekrutieren sollten

Zu Beginn möchte ich Ihnen gerne eine Zahl vorstellen, die mich wirklich schockiert hat: Im Jahr 2025 werden 500.000 mehr Menschen in Rente gehen, als neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Da können wir uns nichts mehr schönreden. Unternehmen stehen damit vor der größten Herausforderung aller Zeiten. Die Frage wird dann nicht mehr lauten: „Wo finde ich die besten Bewerber?“ – sondern: „Wo finde ich überhaupt noch neue Mitarbeiter?“ Mit anderen Worten: Der Fachkräftemangel wird nicht verschwinden. Auch nicht durch die Krise. Er wird sogar noch viel schlimmer. Ein Grund mehr also, warum Sie in Sachen Personalauswahl besser nicht abwarten sollten.

In der Krise in neue Mitarbeiter investieren? Ich kann dazu nur eines sagen: Ja, unbedingt! Denn gerade jetzt gibt es echte Chancen für Unternehmen, die vielleicht nicht so bekannt sind. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich Talente zu sichern, die sonst eher zu einem großen Namen gewechselt wären – es jedoch aktuell nicht tun können, da dort Einstellungsstopp herrscht. Ich habe es nicht anders gemacht. Auch die Limbeck Group ist trotz Krise im vergangenen Jahr gewachsen und ich war sogar so verrückt, ein weiteres Unternehmen zu gründen, das innerhalb weniger Monate auf über 50 Mitarbeiter gewachsen ist.

Personalauswahl: Lassen sich echte Talente sicher erkennen?

Eine Frage, auf die es nicht die eine wahre Antwort gibt. Ich habe im Laufe der Jahre vor allem eins festgestellt: Du kannst es nie zu hundert Prozent wissen. Denn letztendlich schaust du den Bewerbern nur vor den Kopf. Du kannst mutmaßen, wie sie mit den Kollegen interagieren. Wie sie sich im Kundenkontakt verhalten. Doch wissen wirst du es erst, wenn sie ihre Stelle antreten. Mein Podcast-Gast Jochen Mai hat es perfekt auf den Punkt gebracht: Würden Sie eine Frau heiraten, die Sie gerade mal 15 Minuten gesprochen haben und von der Sie nur die Dinge wissen, die in ihrem Lebenslauf und dem Motivationsschreiben stehen? Sicherlich nicht. Doch genau das machen wir letztendlich beim Recruiting. Wir gehen eine Wette ein, dass der Mitarbeiter für die Position passt. Das kann sich als Jackpot herausstellen – oder als Niete.

Hire for attitude, train for skills

Wer mich ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich keiner von denen bin, die nur auf Noten und Zeugnisse schauen. Mir ist es wichtig, dass jemand menschlich gut ins Team passt. Das fachliche Know-how lässt sich schließlich mit Trainings, Büchern und Co. noch nachrüsten. Doch auch ich bin nicht davor gefeit, daneben zu liegen. Erst vor kurzem ist es mir wieder passiert, dass ein vielversprechender Mitarbeiter nach wenigen Wochen das Handtuch geworfen hat. Weil er sich mit dem B2B-Vertrieb nicht richtig wohl gefühlt hat, mit unseren Themen nicht wirklich warm geworden ist. Dabei war ich mir sicher, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Personalauswahl: Sehen Sie die Probezeit als Chance

Mein Freund und Kollege Andreas Buhr vergleicht Recruiting gerne mit Fußball: „Entscheidend ist, was auf dem Spielfeld passiert. Gib‘ deinen Mitarbeitern 90 plus 90 Tage – also gewissermaßen zweimal eine erste und zweite Halbzeit. Nach zwei Spielen weißt du, wie sie performen.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Klar ist es ärgerlich, wenn das Zusammenspiel nicht klappt. Doch es ist kein Beinbruch. Wofür gibt es schließlich die Probezeit? Mir ist es lieber, die Zusammenarbeit mit jemandem zu testen, als mich vor lauter Unsicherheit für gar keinen Bewerber zu entscheiden. Denn dann vergeben Sie definitiv wertvolle Chancen.

Einen letzten Tipp, den ich Ihnen zum Thema Personalauswahl noch mit auf den Weg geben möchte: Warten Sie nicht zu lange! Ein Fußballtrainer nimmt nicht erst dann neue Spieler in den Kader, wenn einer der Stammelf mit Verletzung ausfällt. Ohne Ersatzbank geht es nicht. Sie müssen immer genügend Leute haben, die fit sind und mittrainieren – und dann sofort 100 Prozent bringen können, wenn es für sie auf den Platz geht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Personalauswahl und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck