Wieso trauen sich kaum noch Menschen zu sagen, was sie wirklich denken? Unter anderem, weil sie glauben, dass Klartext unfreundlich wäre. Und weil sie Angst davor haben, ihr Gegenüber vor den Kopf zu stoßen, meint Klartext-Experte Thilo Baum. Warum das gerade in der Führung zu Missverständnissen führt und wie Sie zukünftig in der Mitarbeiterkommunikation sagen, was Sache ist, erfahren Sie in diesem Beitrag sowie in der zugehörigen Podcast-Folge.


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Verkaufen. Der Podcast von Martin Limbeck

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Krise braucht klare Kommunikation

Für Thilo Baum ist die Sache klar: Gerade in Unternehmen versuchen viele Menschen, sich hinter einer verschwurbelten und verschachtelten Sprache zu verstecken. Weil sie der Ansicht sind, dann besonders intellektuell rüberzukommen. Und weil sie Sorge haben, mit einer zu deutlichen Meinung Ablehnung zu erfahren. Die Folge: Missverständnisse nehmen zu und unter den Mitarbeitern steigt die Unsicherheit, wenn der Chef keine klaren Worte findet. Gerade in der aktuellen Situation kann das fatal sein!

Es gibt tatsächlich Führungskräfte, die sich in der Krise zurückgezogen und die Mitarbeiterkommunikation komplett eingestellt haben. Weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Und weil sie sich nicht trauen, klare Aussagen zu machen. Es könnte ja schließlich sein, dass es doch anders kommt. Aus meiner Sicht ist das die komplett falsche Verhaltensweise. Als Führungskraft habe ich eine Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitern. Sie erwarten von mir als Chef, dass ich sage, wie es weitergeht. Ich habe zu Beginn der Krise klar und wahr mit allen Beteiligten gesprochen. Ich habe unseren Kunden gesagt, dass wir auf Online-Seminare umsteigen. Und habe meinen Mitarbeitern Zuversicht vermittelt. Indem ich ihnen gegenüber zwar deutlich kommuniziert habe, dass die Buchungslage mies aussieht, wir jedoch gemeinsam daran arbeiten werden, dass sich das schnell wieder ändert. Und genauso ist es gekommen. Wir haben uns weitergebildet, in jede Menge neue Technik investiert, uns fit gemacht – und konnten damit bei unseren Kunden punkten.

Schluss mit Everybody’s Darling!

Trotzdem herrscht in vielen Unternehmen immer noch die Maxime „Harmonie vor Konflikt“. Selbst wenn die Performance eines Kollegen im Kundentermin einiges zu wünschen übriglässt, traut sich keiner, das auch offen anzusprechen. Weil der Chef die Beziehung zu seinem Mitarbeiter nicht gefährden möchte. Doch was habe ich davon, wenn ich Everybody’s Darling bin? Nicht viel, wenn die Leistung der Mannschaft ansonsten eher mittelmäßig ist. Hier brauchen Führungskräfte Selbstvertrauen, um mit ihren Leuten klar und deutlich ins Gespräch zu gehen. Bitte verabschieden Sie sich von dem Irrglauben, dass ein Mitarbeiter direkt kündigt, nur weil Sie ihn mal deutlich rügen. Das ist Blödsinn. Natürlich kann es sein, dass Ihr Gegenüber dann erst mal etwas auf Abstand geht. Doch das ist total in Ordnung. Ein guter Teamspirit ist wichtig. Doch das bedeutet nicht, dass sich ständig alle in den Armen liegen müssen.

Mitarbeiterkommunikation: Klartext statt Sandwich!

Kennen Sie die „Sandwich-Methode“, wenn es um Mitarbeiterkommunikation geht? Kritik soll zwischen zwei schmackhaften Scheiben Lob verpackt werden, damit es dem Gegenüber möglichst bekömmlich ist. Davon bin ich überhaupt kein Fan. Ich bin der Ansicht, dass es deutlich besser ist, Lob und Kritik klar zu trennen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihren Mitarbeiter total runtermachen dürfen. Meine Leitlinie für Mitarbeitergespräche lautet: Sei klar und wahr in der Sache – und freundlich zum Menschen. Ich sage direkt, was mir nicht gefallen hat. Etwa so: „Herr Müller, beim Kundentermin letzte Woche haben Sie nicht geglänzt. Sie haben den Kunden nicht ausreden lassen und sind nicht auf seine Fragen eingegangen.“ Im nächsten Schritt sorge ich dafür, dass er durch mein Feedback weiterarbeiten kann: „Haben Sie sich nicht genug vorbereitet? Nehmen Sie sich beim nächsten Kunden die Zeit und bleiben Sie ruhig. Hören Sie genau hin und lesen Sie zwischen den Zeilen, dann werden Sie den tatsächlichen Bedarf des Kunden garantiert erkennen.“

Denken Sie daran: Nur eine Null hat keine Ecken und Kanten! Wir brauchen eine Kultur des Selbstvertrauens – gerade in der Wirtschaft und in der Führung. Meine Umsetzungsaufgabe daher für Sie: Fassen Sie sich mal an die eigene Nase. Wie sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und Kunden? Reden Sie um den heißen Brei herum – oder kommunizieren Sie bereits klar und wahr?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck