Natürlich hätte jede Führungskraft am liebsten nur High Performer im Team. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Das ist illusorisch. Umso wichtiger ist es daher, sich um die Talente im Unternehmen zu kümmern und sie bei der Stange zu halten! Welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Wechselbereitschaft von Mitarbeitern hat und worauf es beim Thema Mitarbeiterbindung vor allem ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag sowie der zugehörigen Podcast-Folge mit Jochen Mai und Marco Ripanti.


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Verkaufen. Der Podcast von Martin Limbeck

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Die versteckten Kosten von Neubesetzungen

Wenn ein guter Mitarbeiter dem Arbeitgeber den Rücken kehrt, bedeutet das für Unternehmer in der Regel sogar einen doppelten Verlust: Zum einen verlieren sie einen wertvollen Leistungsträger, der das Unternehmen vorangebracht hat. Zum anderen geht damit auch Know-how verloren. Know-how, das beim Nachfolger erst wieder aufgebaut werden muss und dadurch Zeit und Ressourcen kostet. Ganz zu schweigen davon, dass die Besetzung einer neuen Stelle Unternehmen bis zu 40 Prozent des Jahresgehalts eines neuen Mitarbeiters kostet. Denn die Stellenausschreibung ist erst der Anfang. Es folgen mehrere Runden an Bewerbungsgesprächen, dann die Einarbeitungszeit. Und in der Zwischenzeit müssen Kollegen Mehrarbeit leisten, um die vakanten Aufgaben mitzuerledigen. Unternehmen wären also gut damit beraten, mehr Zeit, Energie und Ressourcen in ihre Mitarbeiterbindung zu investieren!

Sinkende Mitarbeiterbindung durch Corona

Ich habe allerdings den Eindruck, dass sich viele Führungsverantwortliche aktuell in Sicherheit wiegen. Frei nach dem Motto: „In der Krise wird doch keiner seinen Job an den Nagel hängen, der noch ganz bei Sinnen ist.“ Tatsächlich steigt jedoch gerade durch die Umbrüche, die wir in den letzten 1,5 Jahren erlebt haben, die Wechselbereitschaft! Für Jochen Mai ist die Sache klar: „Eine aktuelle Umfrage brachte es sogar auf rund 56 Prozent Wechselwillige, und das halte ich für realistisch. Zum einen, weil es Mitarbeiter gibt, die der Stagnation entkommen wollen, die sie seit Beginn der Corona-Krise in ihrem Unternehmen erlebt haben. Oder weil sie durch veränderte Arbeitsbedingungen ins Grübeln gekommen sind, was sie sich für ihre berufliche Zukunft eigentlich wünschen.“ Mit anderen Worten: Unternehmen müssen jetzt handeln!

Eine Kündigung kommt nicht plötzlich

Viele Chefs sind allerdings immer noch wie vom Donner gerührt, wenn ein Spitzentalent plötzlich die Kündigung auf den Tisch packt. Ganz ehrlich: Sowas passiert nicht plötzlich. Um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, müssen Führungsverantwortliche enger an ihrer Mannschaft dranbleiben. Mir ist es auch schon passiert, dass ich Kündigungen nicht habe kommen sehen. Ein erstes Signal kann geringeres Engagement sein. Beispielsweise später kommen und früher gehen, ausgedehnte Mittagspause und so weiter. Natürlich kann das auch andere Ursachen haben – doch darüber sollten Sie nicht hinwegsehen, sondern nachhaken. Marco Ripanti sieht das genauso: „Ich kann wirklich nur jedem raten, regelmäßig und konstant offen mit seinen Mitarbeitern zu reden. Über die Intentionen, die Ziele, was ihn beziehungsweise sie bewegt und so weiter. Natürlich lässt sich damit nicht jede Trennung vermeiden. Dann ist es entscheidend, auch wirklich loszulassen. Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!“

Meine Umsetzungsaufgabe für Sie: Schauen Sie ab sofort genauer hin! Rätseln Sie nicht, warum ein Kollege möglicherweise bedrückt ist oder die Kollegin neuerdings immer so unausgeschlafen wirkt. Suchen Sie das Gespräch und fragen Sie nach. Es bleibt natürlich jedem Mitarbeiter selbst überlassen, wie viel und was er von seinen persönlichen Gedanken preisgibt – doch aus Erfahrung weiß ich, dass sich viele Mitarbeiter mehr Aufmerksamkeit von ihren Vorgesetzten wünschen. Und idealerweise lässt sich durch regelmäßige Gespräche Unzufriedenheit früh genug erkennen und durch gemeinsame Überlegungen aus der Welt schaffen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck