Kannst du Führungskompetenz haben, wenn du als Chef deutlich jünger bist als deine Mitarbeiter oder Kunden? Darüber habe ich mit Florian Arndt gesprochen, der bereits mit 18 Jahren 25 Filmpreise für sein Dokumentarfilm-Debüt einheimste und sich kurz darauf mit seiner Filmagentur Sons Of Motion Pictures GmbH selbstständig machte. Im Beitrag erfahren Sie unter anderem, welche Herausforderungen er als junge Führungskraft hatte und auf welche Weise ihm ein Urlaub ohne Handy die Augen geöffnet hat.

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Führungskompetenz ist keine Frage des Alters

„Ich fühle mich zu jung, wie sollen mich die Kunden oder meine Mitarbeiter da überhaupt ernst nehmen?“ Eine Frage, die sich Florian Arndt sicherlich zu Beginn seiner Karriere oft gestellt hat. Häufig sprachen Kunden kontinuierlich einen der älteren Kollegen während eines Meetings an – und waren entsprechend überrascht, wenn der Anfang Zwanzigjährige dann den Stift zur Vertragsunterschrift zückte. Aus meiner Sicht ist Führungskompetenz keine Frage des Alters. Auch wenn viele Menschen anscheinend davon ausgehen. Es ist nicht das Geburtsdatum im Ausweis, das darüber entscheidet, ob deine Mitarbeiter dich ernst nehmen. Sondern es ist in erster Linie die Art und Weise, wie du mit ihnen umgehst. Ich kenne junge Führungskräfte, die versuchen, sämtliche Aufgaben an sich zu reißen. Weil sie das Gefühl haben, sich beweisen zu müssen. Doch das ist genau der falsche Weg, um sich Respekt zu verschaffen.

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Trauen Sie sich, Verantwortung abzugeben!

Florian hatte ein entscheidendes Schlüsselerlebnis, das seine Art zu führen nachhaltig verändert hat: Gerade am Zielort angekommen, musste er feststellen, dass sein Smartphone mehrere tausend Kilometer entfernt in Deutschland geblieben war. Vor ihm lagen drei Wochen Urlaub und er hatte seinen Mitarbeitern eigentlich versprochen, erreichbar zu sein und die Fäden in der Hand zu behalten. Klar hätte er Himmel und Hölle in Bewegung setzen können, um ein Ersatzgerät aufzutreiben. Doch genau das hat Florian nicht getan. Stattdessen ließ er seinen Kollegen freie Hand – und schrieb nach dem Urlaub seine erste „Not-to-do-Liste“. Denn die drei Wochen hatten gezeigt, dass viele Prozesse auch völlig ohne ihn funktionierten.

Nimm dich selbst nicht so wichtig

Eine großartige Erkenntnis! Viele Führungskräfte nehmen sich selbst so wichtig, dass sie alles sehen und hören wollen – und deswegen zu gar nichts kommen. In einem meiner ersten Management-Trainings als junger Kerl bekam ich die Aufgabe, auf ein gelbes Post-It zu schreiben „Nimm dich selbst nicht so wichtig!“, und das sollte ich dann in meine Geldbörse stecken. Damals kam mir das komisch vor, heute bin ich extrem dankbar für diesen Denkanstoß. Denn auch, wenn wir es nicht gerne hören: Wir sind alle ersetzbar. Darum ist es viel besser, sich von Aufgaben zu trennen, die uns eh keine Freude bereiten. Oder die ein bestimmter Mitarbeiter sowieso besser kann als wir. Denn nur so gewinnst du als Führungskraft die nötigen Freiräume, um an deinem Unternehmen zu arbeiten und es weiterzuentwickeln.

Meine Umsetzungsaufgabe daher für Sie: Schreiben Sie Ihre Not-to-do-Liste! Was wollen Sie zukünftig nicht mehr tun? Worüber wollen Sie sich nicht mehr ärgern? Was wollen Sie in Ihrer Position als Führungskraft künftig nicht mehr tun?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck

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