Ideen für Incentives gibt es wie Sand am Meer. Googlen Sie mal fünf Minuten und Sie bekommen genug Input für die nächsten Jahre. Doch was viele Unternehmer und Führungskräfte nicht bedenken: Incentive ist nicht gleich Incentive. Zuerst gilt es, die entscheidende Frage zu klären: Was wollen Sie damit bewirken? Den Zusammenhalt Ihres Teams stärken? Einen Mitarbeiter für herausragende Arbeit belohnen? Dafür sorgen, dass sich die Mitglieder eines neuen Teams auch abseits von beruflichen Themen besser kennenlernen? Ihrer Mannschaft sagen, dass Sie stolz sind auf Ihre Leistung? Sie ermuntern, noch mehr Gas zu geben? Davon ausgehend lassen sich Incentives in drei verschiedene Gruppen unterteilen. Welche das sind und welche Maßnahmen für welchen Anlass passen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Social Incentives: Teamzusammenhalt stärken

Wie der Name schon verrät, geht es bei „Social Incentives“ in erster Linie darum, den Teamspirit zu stärken. Das bedeutet nicht, dass Sie sich alle 14 Tage ein neues Event überlegen müssen und dann in einem Jahr alles von Kartfahren über Hochseilgarten und Bowling durchhaben. Hier geht es auch um kleine Rituale, die eine große Wirkung haben. Mir liegt es zum Beispiel am Herzen, dass meine Mitarbeiter mittags gemeinsam essen. Daher habe ich auch einen Koch eingestellt, der um Punkt 13 Uhr das Essen auf den Tisch stellt. So haben alle wirklich Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, auch mal über Privates zu quatschen – und dabei noch gesund zu essen.

Natürlich gibt es bei uns auch immer wieder klassische Team-Events. Mal mit Ausnahme der letzten beiden Jahre. Doch auch da haben wir gemacht, was möglich war. Dieses Jahr waren wir schon Bowling spielen, ein gemeinsames Dinner gibt es regelmäßig und wir besuchen jedes Jahr als Team das Oktoberfest in Xanten. Für das kommende Frühjahr planen wir gerade eine Reise. Klar wird dort auch gearbeitet werden – doch für Spaß wird auch genug Zeit bleiben.

Motivierende Incentives: Know-how ausbauen

Kontinuierliches Lernen wird bei uns im Unternehmen großgeschrieben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es natürlich wesentlich mehr Spaß macht, wenn die Themen nicht nur trocken durch Lehrbücher vermittelt werden. Hier lässt sich in Sachen Incentives super ansetzen!

Wir veranstalten regelmäßig intern sogenannte „Telefonpartys“. Was passiert? Alle Sales-Mitarbeiter sitzen zusammen und rufen nacheinander jeweils drei potenzielle Neukunden an. Die Kollegen hören mit und geben anschließend Feedback. Das motiviert – und die guten Tipps bleiben so wesentlich besser im Gedächtnis hängen. Einwandbehandlung trainieren wir ähnlich: Das Team steht im Kreis. Einer fängt an, nennt einen Einwand und wirft dann einem Kollegen seiner Wahl einen kleinen Fußball zu. Dieser muss dann den Einwand entsprechend entkräften und ist als nächster dran.

Zusätzlich setze ich auch auf Veranstaltungen als Incentive, um meine Mitarbeiter zu motivieren. Wann immer möglich, gebe ich meinen Teammitgliedern die Option, mit zu Vertriebsveranstaltungen zu reisen, auf denen ich spreche. Natürlich nicht nur, um meinen Auftritt anzuschauen. Sondern in erster Linie zum Netzwerken, um andere Verkäufer zu treffen, verschiedene Vorträge oder Workshops besuchen, neue Impulse aufzuschnappen.

Anerkennende Incentives: Würdigung von herausragender Leistungen

Gerade wenn es um die Würdigung von Leistung geht, denken viele Entscheider immer noch ausschließlich an monetäre Zuwendungen wie Prämien oder eine Gehaltserhöhung. Sowas ist nett, keine Frage. Doch mal ehrlich: Wie lange hält die Motivation bei einer Prämie? Zahlreiche Studien belegen, dass die Wirkung schon nach wenigen Wochen nachlässt. Natürlich ist es gerade in der aktuellen Situation immer angenehm, mal mehr Geld auf dem Konto zu haben – doch der Gewöhnungseffekt setzt auch bei einer deutlichen Gehaltserhöhung nach 1-3 Monaten ein.

Ich lege zum einen großen Wert darauf, tolle Leistungen durch Anerkennung vor der gesamten Mannschaft zu feiern. Erfolge werden im gemeinsamen Meeting vorgestellt – und wenn ganz akut ein Verkäufer einen Abschluss holt, läutet er oder sie unsere Umsatzglocke. Das ist eine echte physische Glocke, die bei uns im Büro hängt. Die Folge: Alle bekommen mit, was passiert ist, applaudieren und freuen sich gemeinsam.

Zum anderen halte ich es auch für gerechtfertigt, mich mit einem außergewöhnlichen Geschenk für entsprechend herausragende Leistungen zu bedanken. Das finde ich nicht nur deutlich persönlicher und individueller als eine Bonuszahlung, sondern es drückt auch nochmal mehr meine Wertschätzung aus. Ich kenne mein Team sehr gut und weiß daher auch, wofür wessen Herz privat schlägt und welche Hobbys sie haben. Das könnten dann beispielsweise Karten für ein Spiel der Lieblingsmannschaft sein, für ein Konzert oder auch ein Accessoire wie ein iPad, eine Uhr oder eine Handtasche, wenn ich mir sicher bin, damit den Geschmack wirklich zu treffen.

Jetzt sind Sie gefragt

Wie gehen Sie / Ihr Unternehmen mit dem Thema Incentives um? Was würden Sie sich wünschen? Mein Tipp für alle Entscheider und Führungsverantwortlichen: Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und einen Stift und überlegen Sie sich, was Sie konkret tun können, um Ihren Mitarbeitern einfach mal Danke für ihren Einsatz in den letzten Wochen und Monaten zu sagen.

Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck