So langsam reicht’s – doch ein Ende ist nicht in Sicht. Die Corona-Krise drückt die Stimmung in Unternehmen und Homeoffice kommt vielen Mitarbeitern inzwischen wie Isolationshaft vor. Eine herausfordernde Aufgabe für Führungskräfte, denn in Krisenzeiten ist nachhaltige Mitarbeitermotivation noch wichtiger als sonst. Fünf Maßnahmen, die Sie dabei unterstützen, finden Sie in diesem Beitrag.

Mitarbeitermotivation hängt nicht von Anwesenheit ab

„Können Sie mir bis morgen früh das Reporting zusammenstellen? Die Daten dazu finden Sie in der Cloud.“ Bis zu Beginn der Krise wurden die Vorteile der Digitalisierung zwar in vielen Unternehmen bereits genutzt. Oft jedoch nur einseitig. Homeoffice war keine Option, mal schnell eine Aufgabe im Feierabend oder am Wochenende delegieren hingegen schon. Bis jetzt.

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Wenn uns diese Situation eins gelehrt hat, dann das: Anwesenheit im Büro ist für gute Arbeit nicht zwingend nötig. Selbst im Vertrieb nicht. Wir alle haben in den letzten Monaten einen Crashkurs digitales Arbeiten im Schnelldurchlauf bekommen. Rückblickend muss ich sagen, dass wir diesen Tritt definitiv gebraucht haben. Denn der hat die Digitalisierung in Deutschland endlich aus ihren Kinderschuhen geholt. Was viele jedoch übersehen haben: Es reicht nicht, den Mitarbeitern einen Heimarbeitsplatz zu ermöglichen – und dann weiterzumachen wie bisher. Führungskräfte müssen neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Und vor allem Konzepte, um die Mitarbeitermotivation auch in Zeiten wie diesen aufrecht zu erhalten. Denn nur weil Ihr Team nicht körperlich anwesend ist, heißt das noch lange nicht, dass Sie alles einfach laufen lassen können. Im Folgenden stelle ich Ihnen fünf Maßnahmen vor, mit denen Sie Ihre Leute bei der Stange halten. Auch remote.

Zusammenhalt und Vertrauen als entscheidende Werte

1. Feedback einfordern

Auch wenn die Arbeit gut läuft – die klassischen „Gespräche unter vier Augen“ fehlen. Kein Wunder, wenn Ihre Leute irgendwann das Gefühl haben, einsam vor sich hinzuarbeiten und den emotionalen Anschluss ans Unternehmen verlieren. Nicht jeder wird frei von der Leber weg sagen, was für ihn eine Herausforderung ist. Fordern Sie daher aktiv Feedback von Ihren Mitarbeitern an. Zum Beispiel am Ende jeder Woche: Was ist gut gelaufen, was weniger gut? Was könnte an der Kommunikation im Team verbessert oder verändert werden? So geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, den aktuellen Arbeitsalltag selbst mitzugestalten.

2. Gemeinschaftsgefühl stärken für mehr Mitarbeitermotivation

Alle für einen, einer für alle? Das ist gar nicht so leicht, wenn ein paar vereinzelte Mitarbeiter im Office sitzen und die anderen über die Home-Büros verstreut sind. Wir haben zum Beispiel gerade neue T-Shirts für alle produzieren lassen, in unserer Firmen-CI und mit motivierenden Sprüchen wie „Umsatz schläft nie“ oder „Nicht gekauft hat er schon“. Wenn wir uns gegenseitig damit in Zoom-Calls sehen, hebt das das Gemeinschaftsgefühl deutlich!

3. Verständnis zeigen

Gerade jetzt müssen wir alle ein bisschen flexibler im Kopf sein. Nicht nur, was die Arbeitsweise angeht – sondern auch die Arbeitszeiten. Verabschieden Sie sich von der alten 9-to-5-Mentalität! Wenn eine Mitarbeiterin kleine Kinder zuhause hat oder der Hund zum Tierarzt muss – dann bin ich der Letzte, der da etwas sagen würde. Ich vertraue meinen Mitarbeitern, dass sie ihre Aufgaben erledigen. Wertschätzung hat einen enormen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation.

4. Team-Bonding stärkt die Mitarbeitermotivation

Weihnachtsmarkt-Besuche und Co. müssen wir leider von der Liste streichen. Doch wer sagt, dass Sie nicht trotzdem gemeinsam etwas unternehmen können? Sei es eine virtuelle Kaffee-Pause jeden Nachmittag für 15 Minuten, ein „Friday After Work Beer“ via Zoom oder ein Online-Gin-Tasting als gemeinsames Event – probieren Sie es aus!

5. Vertrauen

Verabschieden Sie sich von dem alten Kontrollwahn. Nichts motiviert mehr als Vertrauen! Mir ist klar geworden: Ein Mitarbeiter, der seinen Job liebt, macht auch Zuhause einen guten Job. Und wer keinen Bock hat, findet auch im Office Möglichkeiten, der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Tracking-Programme, die Ihre Leute zuhause überwachen, werden daran nichts ändern. Sie sorgen höchstens dafür, dass Ihre guten Mitarbeiter sich entfremden, weil Sie ihnen nicht vertrauen.

Vermitteln Sie Ihren Leuten glaubhaft, dass Sie hinter ihnen stehen

Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, kluge Köpfe zu verlieren, weil Führungskräfte nach wie vor auf klassischen 8-Stunden-Tagen und Anwesenheitspflicht beharren und nicht wissen, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen sollen. Mitarbeitermotivation ist keine Frage des Arbeitsorts. Es kommt gerade jetzt darauf an, dass Sie als Führungskraft ihren Leuten glaubhaft transportieren, dass Sie sie wertschätzen und hinter ihnen stehen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck