Was macht für Sie gute Führung im Vertrieb aus? Wenn alle Mitarbeiter die gesteckten Ziele erreichen und die Buchhaltung am Jahresende einen ordentlichen Gewinn vermeldet? Viele Leader vergessen angesichts der harten Kennzahlen, dass diese nur erreicht werden können, wenn alle an einem Strang ziehen und ihr Bestes geben. Mit Sabine Asgodom habe ich darüber gesprochen, warum vor allem Menschlichkeit eine gute Führungskultur definiert. Mehr dazu erfahren Sie in der zugehörigen Podcast-Folge sowie in diesem Beitrag.

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Verkaufen. Der Podcast von Martin Limbeck

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Führungskultur braucht mehr als effiziente Prozesse

Höher, schneller, weiter: Naturgemäß liegt der Fokus von Führungskräften vor allem darauf, das eigene Unternehmen nach vorne zu bringen. Umsätze und Gewinne zu steigern und die Mitarbeiter zu Spitzenkräften zu entwickeln. Doch haben wir nicht etwas vergessen? Leider bleibt die Menschlichkeit dabei schnell auf der Strecke. Es werden neue Systeme wie Lean Management und Co. eingeführt – mit dem Ziel, noch effizienter und schneller zu arbeiten. Der Haken an der Sache: Dabei fallen kleine Schritte weg. Schritte, die zwar nicht essenziell für das Erreichen von Zielen sind. Doch sie sind wichtig für die Unternehmenskultur. Und sorgen dafür, dass Verbindungen zwischen den Menschen im Unternehmen bestehen und Nähe geschaffen wird. Ich denke, mit unseren 30 Mitarbeitern bekomme ich das ganz gut hin. Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie als Führungskraft 500 Leute haben, die auf acht Standorte verteilt sind. Wie wollen Sie die noch alle menschlich abholen? Hier können Sie bestenfalls verwalten und ihnen Anweisungen geben. Für mich ist es da nicht verwunderlich, wenn Mitarbeiter kündigen, weil sie sich nur wie eine Nummer fühlen.

Mitarbeiter wollen wahrgenommen werden

Oftmals bemerken Vorstände und CEOs das auch gar nicht. Weil sie selbst in solchen Unternehmensstrukturen großgeworden sind. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Vorstand, den ich vor einiger Zeit mal beraten und gecoacht habe. Ich fragte ihn: „Wie oft sind Sie denn bei Ihren Mitarbeitern im Gespräch?“ Und er fragte mich: „Herr Limbeck, wie meinen Sie das?“ Ich: „Naja, ganz einfach. Wann stehen Sie mal auf, verlassen Ihr Büro und fahren runter in die zweite Etage, wo Ihre Mitarbeiter sitzen? Schauen mal, wie es bei ihnen so läuft und wie die Stimmung ist?“ Und wissen Sie, was die Antwort war? „Niemals.“ Unfassbar! Der Mann war seit fünf Jahren auf seinem Posten – und hat sich in seinem Büro wie im sprichwörtlichen Elfenbeinturm verschanzt. Kein Wunder, dass Mitarbeiter so das Feeling für das Unternehmen verlieren. Wir sind alle nur Menschen. Und jeder Mensch wünscht sich Resonanz. Möchte wahrgenommen werden und spüren, dass das was er sagt und tut, eine Bedeutung hat.

Gute Führungskultur basiert auf Verständnis und Akzeptanz

Eine gute Führungskultur bedeutet nicht nur, mit den Leuten zu reden – sondern auch gut über sie zu sprechen. Als Chef ist es Ihr To-do, die Arbeitsleistung Ihrer Mitarbeiter zu schätzen. Wer immer nur abschätzig über seine Leute denkt oder sogar redet, braucht sich nicht zu wundern, wenn Einsatz und Motivation zu wünschen übriglassen. Glauben Sie mir: Ihre Leute spüren, ob Sie Ihnen vertrauen – oder ob Sie stattdessen denken, dass Sie es nur mit Deppen zu tun haben. Mein Podcast-Gast Sabine Asgodom hat es aus meiner Sicht sehr treffend auf den Punkt gebracht: „Der Mensch braucht Zeit, um zu verstehen. Und es ist dieser Glaube an Menschen, was für mich die edelste Führungsaufgabe ausmacht.“ Wenn Führungskräfte nicht an ihre Mitarbeiter glauben, sondern immer nur denken, dass sie ihnen genaue Anweisungen geben müssen, ist das traurig. So wird die Zusammenarbeit immer statisch bleiben und es wird niemals eine Unternehmenskultur entstehen, die von Vertrauen, Zusammengehörigkeit und Begeisterung geprägt ist.

Was können Sie für Ihre Mitarbeiter tun?

Es ist entscheidend, dass Sie als Führungskraft nicht nur auf den Output und die nackten Zahlen schauen – sondern auch auf die Menschen. Was können Sie tun, damit Ihre Leute mit mehr Freude zur Arbeit kommen? Mit Freude fällt die Arbeit nicht nur leichter – in der Regel sind auch die Ideen und die Ergebnisse besser. Die LIMBECK® GROUP wurde als „Top Arbeitgeber“ und einer der „Best Place to Work“ ausgezeichnet. Mir ist es wichtig, dass sich mein Team bei der Arbeit wohlfühlt. Bei uns gibt es topmoderne technische Ausstattung. Einen immer gefüllten Kühlschrank. Getränke for free, Süßigkeiten und gemeinsames Mittagessen. Ergonomische Stühle, höhenverstellbare Tische. Gemeinsame Events – und noch einiges mehr. Zu mir haben schon einige gesagt: „Martin, was du da für deine Leute tust … Ist das nicht zu viel?“ Wenn unterm Strich das Ergebnis top ist, kann es doch nicht zu viel sein, oder? Das ist eine Entscheidung, die jede Führungskraft für sich treffen muss.

Übrigens: Ich hatte drei, vier Jahre später noch mal Mitarbeiter dieses besagten Vorstands in einem Seminar als Teilnehmer. Und da sagte einer zu mir: „Herr Limbeck, der Chef hat sich echt verändert. Er kommt immer wieder zu uns runter, schaut zu und fragt nach, wie es uns geht.“ Geht doch! Ich hoffe, dass dieser Beitrag und der Podcast dazu beitragen, dass Sie Ihre eigene Führungskultur mal auf den Prüfstand stellen – und sich überlegen, wo Sie noch Optimierungspotenzial haben.

Viel Erfolg bei der Umsetzung und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck