Was macht für Sie einen Spitzenmitarbeiter aus? Dass er oder sie immer pünktlich ist, seine Arbeit gewissenhaft erledigt und gute Ideen einbringt? Definitiv. Doch ein Thema ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden: Leidenschaft. Doch sind leidenschaftliche und begeisterte Mitarbeiter wirklich diejenigen, die den Laden am Laufen halten?

Wer mich kennt, weiß, dass Leidenschaft bei mir großgeschrieben wird. Ich liebe das, was ich tue und ich knie mich voll rein. Doch kann ich das auch von meinen Mitarbeitern erwarten? In meiner Mastermind-Gruppe Gipfelstürmer habe ich schon ein paar Mal von Unternehmern gehört, dass sie sich wünschen, dass ihre Mitarbeiter ihre Leidenschaft teilen würden. Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich bin seit gut 30 Jahren selbstständig und das, was ich mir aufgebaut habe, ist das Resultat von harter Arbeit, Anstrengung und ja – Leidenschaft. Da macht es mich auch bisweilen betroffen, wenn Mitarbeiter das nicht zu würdigen wissen oder nur mit den Schultern zucken, wenn ich sie danach frage, wie wir den Output erhöhen können.

Leidenschaft ist nicht automatisch Begeisterung

Was wir dabei jedoch nicht übersehen sollten: Leidenschaft bedeutet nicht für jeden Menschen das Gleiche. Und jeder hat auch seine eigene Art und Weise, sie zum Ausdruck zu bringen. Und besonders wichtig: Wir dürfen nicht den Fehler machen, Leidenschaft mit Begeisterung zu verwechseln. Genau das passiert allerdings in vielen Unternehmen: Da werden top-qualifizierte Bewerber nicht eingestellt, weil die Personalverantwortlichen den Eindruck haben, dass ihnen „das nötige Feuer“ fehle. Oder dass sie nicht das Gefühl haben, dass sie sich wirklich mit dem Unternehmen identifizieren. Kannst du machen, keine Frage. Ich hätte auch gerne Mitarbeiter, die allesamt den Spirit der Limbeck Group leben, vor Begeisterung sprühen und bei jeder Gelegenheit erzählen, wie geil alles bei uns ist. Doch wer sowas erwartet, lebt in einer Fantasiewelt.

Es braucht diese Mitarbeiter, um für eine gute Stimmung im Team zu sorgen. Sie ziehen ihre Kollegen mit – was gerade dann wichtig ist, wenn Veränderungen anstehen oder es gerade mal nicht so top läuft. Doch aus meiner Erfahrung sind die leidenschaftlichsten Mitarbeiter nicht immer automatisch auch die besten. Genau das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Universität Hongkong. Forscher haben dort herausgefunden, dass Menschen mit Leidenschaft manchmal zu idealistisch sind und genau das dann ihre Produktivität hemmt.

Leidenschaft plus planvolles Abarbeiten gleich Erfolg

Das gilt übrigens nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Unternehmer. Gerade in der Startup-Szene habe ich als Business Angel öfter mit Menschen zu tun, bei denen mir sofort klar ist: Die werden ihre PS niemals auf die Straße bekommen. Nicht, weil ihnen das Geld fehlt. Sondern weil sie so begeistert und beseelt von ihrer Idee sind, dass sie es nicht schaffen, sie in einen Businessplan, klare Strukturen und To-Dos zu übersetzen und rigoros abzuarbeiten. Spirit ist wichtig, keine Frage. Doch davon allein wird die Arbeit nicht erledigt. Und genauso braucht jede Company Mitarbeiter, die gewissenhaft abarbeiten. Die für Projektplanung, Excel-Tabellen und Wiedervorlagen sorgen. Leider sind es jedoch genau diese Mitarbeiter, deren Wert oft erst dann erkannt wird, wenn sie nicht mehr da sind. Denn sie werden oftmals als die „Spaßverderber“ angesehen. Doch gerade sie sind nötig, um die Enthusiasten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen oder den Strom an kreativen Ideen zu kanalisieren. Auch dann, wenn sie „nur“ ihren Job machen.

Was Sie außerdem nicht außer Acht lassen sollten: Leidenschaft zeigt sich nicht immer durch Lautstärke. Sondern auch dadurch, für den Kunden die Extrameile zu gehen, sich freiwillig für eine Zusatzaufgabe zu melden oder aus eigenem Antrieb auch mal Überstunden zu machen, wenn ein Projekt kurz vor der Fertigstellung steht. Schauen Sie also genauer hin, anstatt vorschnell immer nur diejenigen zu belohnen, die sich extrovertiert hervortun und ihre Leistung und ihre Leidenschaft auf dem Tablett vor sich hertragen.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Für mich steht fest: Die Mischung macht’s. Du brauchst alle Arten von Mitarbeitern in deinem Team. Die leidenschaftlichen, die zufriedenen Abarbeiter sowie die vermeintlich Stillen, die sich oftmals als die wahren Workhorses entpuppen. Und du musst dafür sorgen, alle gleichermaßen zu motivieren und bei der Stange zu halten. Selbst Leidenschaft braucht regelmäßig Öl, um das Feuer am Brennen zu halten. Fragen Sie sich also selbst: Was können Sie konkret tun, um Ihre Mannschaft zu begeistern?

Mein Tipp für Sie: Kommen Sie mit Ihrem Team zu meinem großen Zieletag Think BIG or go HOME am 15. Januar 2022 in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr! Erleben Sie gemeinsam einen inspirierenden Tag, arbeiten Sie an Ihren Glaubenssätzen und erarbeiten Sie als Team große Bilder, die nachhaltig für Motivation und Erfolg sorgen. Mehr auf www.think-big-or-go-home.com

Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck