Die Krise hat die Arbeitsprozesse in vielen Unternehmen auf den Kopf gestellt. Statt Kundenterminen stehen Zoom-Calls auf der Tagesordnung – und Homeoffice wurde vielerorts zum „New Normal“. Eigentlich die ideale Ausgangssituation, um auch Arbeits- und Führungskultur innerhalb des Unternehmens zu revolutionieren. Warum viele Führungsverantwortliche diese Chance verpasst und ihr Handeln in Sachen Mitarbeiterführung überdenken sollten? Das lesen Sie in diesem Beitrag.

Mitarbeiterführung: Überwachungssoftware auf dem Vormarsch

Schöne, neue Arbeitswelt? Mitnichten. Eine Untersuchung von GetApp, einer Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware, hat ergeben, dass viele Unternehmer und Führungsverantwortliche scheinbar nicht aus ihrer Haut können. Anders lässt sich nicht erklären, wieso 21 Prozent und damit jeder fünfte Mitarbeiter in kleinen mittelständischen Unternehmen am Arbeitsplatz digital überwacht wird. Die Studie belegt zudem, dass sich die Nutzung von Überwachungstools seit Ausbruch der Pandemie nahezu verdoppelt hat.

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Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich auch nicht der größte Fan von Homeoffice bin. Gerade im Vertrieb bin ich der Ansicht, dass Verkaufen besser im Rudel funktioniert. Einfach, weil du dich dann mal kurz mit deinem Teamkollegen austauschen kannst, wenn du einen herausfordernden Anruf vor dir hast. Oder dich nach einer Abfuhr direkt gegenseitig wieder aufbaust. Natürlich ist das auch immer eine Typfrage. Manche Kollegen arbeiten Zuhause auch deutlich konzentrierter und strukturierter als im Office. Doch es käme mir nicht mal im Traum der Gedanke, meine Leute mit einer Software zu überwachen. Wenn ich einem Menschen nicht mal vertrauen kann, dass er in seiner Arbeitszeit seinen Job macht – dann stelle ich ihn gar nicht erst ein. Einfache Sache, wenn Sie mich fragen.

Langfristiger Unternehmenserfolg gelingt nur mit Empowerment

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?“ Aus meiner Sicht hat dieses Sprichwort in der heutigen Zeit ausgedient. Wer seinen Mitarbeitern ständig auf die Finger schaut, bringt sich aus meiner Erfahrung selbst um den Unternehmenserfolg. Denn wie sollen Ihre Leute lernen, selbstständig zu denken und zu handeln, wenn Sie an allem herumkritteln und immer das letzte Wort haben? Klar passiert es bei dieser Art von Mitarbeiterführung schon mal, dass zum Beispiel ein Angebot rausgeht, dass in Ihren Augen nur bei 80 Prozent liegt. Dafür haben Sie es jedoch nicht geschrieben und die Zeit anderweitig eingesetzt. Wenn der Kunde trotzdem kauft – super. Falls nicht, ist der Lerneffekt für den zuständigen Mitarbeiter definitiv wertvoll.

Stelle niemanden ein, dem du nicht vertraust

Und was das Thema Vertrauen angeht: Aus meiner Sicht ist das ein essenzieller Wert, um überhaupt zusammen zu arbeiten. Vielleicht erschließt sich mir der Sinn von Überwachungssystemen wie Keylogger und Co. deshalb nicht. Wenn ein Mitarbeiter keine Lust hat, in meinem Unternehmen zu arbeiten, wird auch eine Software daran nichts ändern. Daher sollten Sie aus meiner Sicht abwägen, ob Sie wirklich zu diesem Mittel greifen wollen. Denn die Auswirkungen auf die Mannschaft sind nicht von der Hand zu weisen: Für 30 Prozent der Mitarbeiter wäre eine Überwachungssoftware der Grund, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. Hinzu kommt, dass es anscheinend nicht wenige Unternehmen gibt, die sich über die Köpfe ihrer Mitarbeiter hinweg für eine Überwachung entscheiden. In der zitierten Umfrage gaben 24 Prozent der Führungskräfte an, die digitale Kommunikation in ihrem Team zu überwachen – doch nur 14 Prozent der Mitarbeiter bestätigten, diesem Schritt zugestimmt zu haben. Ich habe den Eindruck, dass hier einige Führungsverantwortliche auf einem Pulverfass sitzen, das jederzeit hochgehen kann. Wertschätzung, Vertrauen und positive Führungskultur sehen definitiv anders aus.

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Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck