Führungskräfte im Vertrieb sind eierlegende Wollmilchsäue. Sie sind immer im Dienst, dauernd kreisen ihre Gedanken um Kunden, Mitarbeiter und Zahlen. Sie sind jederzeit präsent, immer auf Zack, stets gut vorbereitet, sind Strategen, Feuerwehrmänner, Organisatoren, Motivatoren und Kommunikatoren. Die Verkörperung von High Performance. So weit, so gut. Doch bei so einem straffen Zeitplan bleibt keine Zeit mehr für Kreativität und die Entwicklung neuer Ideen. Warum es so wichtig ist, auch mal nichts zu tun und welche Rolle Ihr Smartphone dabei spielt? Das erfahren Sie hier.

Gute Ideen brauchen Freiraum

Hand aufs Herz: Wann kommen Ihnen die wirklich guten Ideen? Sicherlich nicht dann, wenn Sie vor einem leeren Word Dokument oder einem weißen Blatt Papier sitzen. Kreativität hält sich nicht an vorgegebene Termine oder Timeslots. Sondern überkommt uns dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Unter der Dusche, in der Sauna oder beim Fahrradfahren. Dann, wenn das Gehirn lediglich damit beschäftigt ist, Routinen abzuspielen. Eigentlich ein schönes Gefühl, mal runterzufahren. Doch ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen regelrecht Angst vor Langeweile haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum so viele schon bei einer Minute Leerlauf sofort zum Smartphone greifen.

Wie oft pro Tag checken Sie Ihre E-Mails? Bitte seien Sie ehrlich mit sich selbst. Tatsächlich haben Studien ergeben, dass wir mehr als 74-mal pro Tag auf das kleine Icon mit dem Briefumschlag klicken. Täglich! Zum einen getrieben von dem Wunsch, ja nichts zu verpassen. Gleichzeitig bedeutet es jedoch, dass wir uns selbst immer wieder rausreißen. Auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen: Wir sind keine Multitasker. Weder Männer noch Frauen. Wir reden uns zwar ein, vier oder fünf Dinge gleichzeitig zu erledigen – in Wirklichkeit switchen wir jedoch nur hin und her. Ungefähr so, als würden Sie in rasender Geschwindigkeit zwischen jede Menge offenen Tabs hin- und herklicken. Was bei einem PC in dieser Situation irgendwann passiert, ist klar: Die Geschwindigkeit des Rechners nimmt ab – und wenn die Auslastung zu hoch ist, stürzt das System auch mal ab.

High Performance ist nicht Multitasking

Doch E-Mails sind nicht mal der schlimmste Faktor. Hinzu kommt auch noch der Teufelskreis der Social Media. Ich weiß selbst, wie schnell aus „nur mal kurz schauen, was es Neues gibt“ plötzlich eine Stunde wird. Sowas ärgert mich tierisch. Denn in der Zeit hätte ich wesentlich produktiver sein können. Zu dem Thema habe ich erst kürzlich einen extrem inspirierenden TED-Talk von Manoush Zomorodi gesehen, den mein Freund Cristián Gálvez erwähnte. Schauen Sie mal rein, Manoush hat in ihrem Vortrag einige Zahlen parat, die mich wirklich überrascht haben. Der durchschnittliche Mensch verbringt sage und schreibe zwei Jahre seines Lebens bei Facebook!

Ich kann Ihnen nur dazu raten: Bekennen Sie Mut zur Langeweile beziehungsweise zum Leerlauf! Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich – und eliminieren Sie die digitalen Störenfriede. Ich habe festgestellt, dass der Stress vieler Führungskräfte tatsächlich selbstgemacht ist. Unter anderem dadurch, dass in ihrer Vorstellung High Performance bedeutet, immer beschäftigt zu sein. Zugegeben, mir ist das am Anfang auch schwergefallen. Doch inzwischen fahre ich super damit, meine E-Mails nur noch dreimal am Tag zu checken. Klar nutze ich Social Media noch, doch schon lange nicht mehr so exzessiv wie früher. Mein Smartphone benutze ich primär zum Telefonieren, die Notifications sämtlicher Apps sind ausgeschaltet. Einzige Ausnahme: Über Neuigkeiten bei Eintracht Frankfurt will ich sofort Bescheid wissen.

High Performance braucht Struktur

Mein Tipp für Sie: Hören Sie mal in sich hinein und machen Sie den Test. Schalten Sie für einen Tag sämtliche Benachrichtigungsfunktionen aus und lassen Sie Ihr Smartphone in der Tasche, wenn Sie nicht telefonieren. Sie werden stauen, wieviel mehr Zeit Sie plötzlich zur Verfügung haben. Geben Sie Ihrem Smartphone nicht die Macht, über Ihr Leben zu bestimmen! Befreien Sie sich stattdessen vom digitalen Ballast und zapfen Sie Ihre eigenen Inspirationsquellen an. Gehen Sie zum Beispiel eine Runde spazieren, um den Kopf freizubekommen. Und nicht erst am Abend, sondern auch mal zwischendurch. Was viele Führungskräfte übersehen: Auch Kreativität ist Arbeit und Teil ihrer Aufgabe.

Eine weitere gute Möglichkeit, um Ihrem Arbeitstag effizient zu strukturieren, ist mein Limbeck. High Performance Prinzip. Es unterstützt Sie dabei, Ihre Gewohnheiten zu verbessern, Ihr Wachstum zu beschleunigen und Ihre Produktivität zu erhöhen. Mehr Infos dazu bekommen Sie hier.

Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck