Muss „Karriere machen“ automatisch eine Position als Führungskraft bedeuten? Ich bin mit diesem Verständnis groß geworden – und in den Köpfen vieler Menschen existiert diese Verknüpfung nach wie vor. Warum wir als Unternehmer genauer hinsehen sollten und wie Sie Talente abseits klassischer Karrierewege weiterentwickeln können, lesen Sie in diesem Artikel.

Leadership braucht Leidenschaft

Vor kurzem bin ich über einen interessanten Spruch gestolpert: „Holz hacken kannst du ohne Leidenschaft. Menschen führen nicht.“ Eigentlich eine logische Sache. Um effizient und sicher Holz zu hacken, brauchst du eine gute Technik. Die kannst du erlernen. Und dem Holz ist es auch egal, ob du gut gelaunt oder sauer bist. Es beschwert sich auch nicht, wenn du dich an ihm abreagierst.

Anders sieht es als Führungskraft aus: Deine Mitarbeiter zählen auf dich. Und sie spüren genau, ob du mit Feuer und Flamme bei der Sache bist – oder keine Lust auf deinen Job hast. Grundsätzlich bin ich überzeugt davon, dass sich Führung ebenfalls lernen lässt. Zum Beispiel im Rahmen der Vertriebsleiterausbildung (IHK) bei der Deutschen Verkäuferschule. Angehende Führungskräfte im Vertrieb lernen dort moderne und zukunftsweisende Führungsstile kennen und erhalten wertvolle Umsetzungsstrategien für ihre Führungspraxis. Doch alle Theorie nützt nur wenig, wenn du dich mit der Position nicht wohlfühlst.

Ein guter Verkäufer ist nicht automatisch eine gute Führungskraft

Bereits vor zwei Jahren hat eine Umfrage des Spiegels ergeben, dass viele Mitarbeiter nicht ins Management wollen. Und fast 30 Prozent der befragten Führungskräfte in Deutschland gaben an, am liebsten gar nicht mehr arbeiten zu wollen. Das sind alarmierende Zeichen, wenn Sie mich fragen. Die Ursache liegt aus meiner Sicht darin, dass beruflicher Erfolg in den Köpfen vieler Unternehmer immer noch vertikal gedacht wird. Erfolgreich ist derjenige, der einen Titel auf der Visitenkarte stehen und Personalverantwortung hat. So habe ich auch lange Zeit gedacht.

Als junger Kerl sah ich meine Vorgesetzten und dachte: „Das will ich auch!“ Doch nicht wegen der Führungsrolle – sondern eher wegen der Statussymbole. Schicker Firmenwagen, dicke Uhr am Handgelenk und so weiter. Durch meine Leistung habe ich mich sukzessive nach oben gearbeitet. Mit 27 Jahren war ich der jüngste Teamleiter weit und breit. Den Job habe ich nicht bekommen, weil ich besonders gut mit Menschen konnte. Mit Kunden schon – nicht zwingend mit Mitarbeitern. Ich wurde auf den Stuhl gesetzt, weil ich mit Abstand der beste Verkäufer war. Sonderlich beliebt war ich bei meiner Mannschaft nicht. Das war mir allerdings egal. Denn ich hatte nur eins im Sinn: Vollgas geben und der Beste sein.

Führungskraft zu sein, bringt Verantwortung mit sich

Warum ich Ihnen das erzähle? Um Ihnen die Augen zu öffnen. Viele Menschen haben immer noch nicht verstanden, dass Führung mit Pflichten verbunden ist. Es ist keine Auszeichnung, die du dir an die Brust heftest. Führung ist mit einem Commitment verbunden. Und es ist eine Dienstleistung. Denn du übernimmst die Verantwortung für ein Team. Und es ist dein Job, diese Menschen zu begleiten, zu fordern, zu fördern und zu entwickeln. In den folgenden Jahren habe ich viel dazu gelernt und eine Menge Führungserfahrung gewonnen. Ich habe heute Freude daran, Menschen zu entwickeln, neue Verkäufer in meinem Team auszubilden und Mitarbeiter auf ihrem Weg zu Spitzenleistung zu begleiten. Doch das geht nicht jedem so.

Neue Optionen schaffen: Fach- statt Führungskarriere

Es gibt Mitarbeiter, die sind klasse in ihrem Job – und haben keinerlei Bestreben danach, aufzusteigen. Nicht alle Talente sind automatisch Führungstalente. Und das ist völlig in Ordnung. Entscheidend ist, dass Sie als Unternehmer oder Führungskraft diese Menschen nicht übersehen. Wieso sollten großartige Mitarbeiter auf ihrer Stelle versauern, nur weil sie keine Personalverantwortung übernehmen möchten? Sie verdienen ebenfalls die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten Sie daher entsprechende Strukturen schaffen, um Ihre Talente nicht an Marktbegleiter zu verlieren. Die Lösung sind horizontale Aufstiegsmöglichkeiten. Gerade weil die Arbeitswelt immer komplexer wird, brauchen wir „Wissensarbeiter“, echte Experten, die sich um die inhaltliche Steuerung komplexer Projekte kümmern. Hier geht es darum, eine Laufbahn als Spezialist oder Experte zu ermöglichen, die Schritt für Schritt

  • größere Entscheidungsfreiheit,
  • Vertiefung des Spezialwissens und
  • mehr Projektverantwortung

mit sich bringt – ohne steigende Führungsverantwortung. Aus meiner Sicht ist das völlig legitim und die einzig richtige Entwicklung auf lange Sicht. Unsere Arbeitswelt wird immer vielschichtiger, daher brauchen wir nicht nur Leader, sondern auch echte Experten für die jeweiligen Gebiete, die sich beispielsweise um die Weiterentwicklung von Produkten und die inhaltliche Steuerung von komplexen Projekte kümmern.

Sie fragen sich, ob Sie als Unternehmer auf dem richtigen Weg sind? Haben das Gefühl, Ihrer Führungsverantwortung nicht gerecht zu werden? Sie möchten Ihr Unternehmen anders führen, fallen jedoch immer wieder in alte Muster zurück? Dann ist mein Gipfelstürmer-Programm die richtige Entscheidung für Sie. Lassen Sie uns gerne dazu sprechen!

Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck