Das Thema Führungskommunikation ist für Verantwortliche in Unternehmen oftmals eine echte Herausforderung. Vielerorts gilt seit jeher die Maxime „Harmonie vor Konflikt“ – oder es werden nach alter Schule nur Befehle erteilt und befolgt. Warum diese Arten der Kommunikation spätestens jetzt an ihre Grenzen stoßen und warum Klartext nichts mit Unfreundlichkeit zu tun hat, habe ich mit Rhetorikexperte Michael Ehlers und Klartextexperte Thilo Baum besprochen. Mehr dazu in diesem Beitrag sowie in der zugehörigen Podcast-Folge.

Führungskommunikation: Schluss mit der Militärsprache!

Mein Freund und Kollege Michael Ehlers bringt es in unserem Gespräch treffend auf den Punkt: Es reicht schon ein kurzer Blick auf das Vokabular, welches wir im Unternehmenskontext verwenden. Führung ist in unserem Land immer noch sehr militärisch geprägt. Der Verkäufer muss an „die Front“. Dort fliegen ihm zwar immerhin keine Kugeln, jedoch Argumente um die Ohren. Danach muss er zum Appell bei seinem Vertriebsleiter und so weiter.

Na, erkennen Sie sich möglicherweise darin wieder? Es geht mir jetzt gar nicht um die Ausdrücke an sich. Doch dieses Vokabular ist aus meiner Erfahrung immer auch ein Abbild der Kommunikationskultur, die noch in vielen Unternehmen herrscht, obwohl sie nicht mehr zeitgemäß ist. Mitarbeiter wollen heute nicht nur Befehle empfangen, sondern beteiligt werden. Ihre eigene Meinung einbringen und mitbestimmen, was auf welche Weise gemacht wird. Natürlich braucht es für diese Art der Kommunikation auch Regeln, die idealerweise jedes Unternehmen passend für sich definiert. Doch genau darin liegt für Führungskräfte oftmals die Herausforderung.

Klartext ist nicht unfreundlich

Mein Credo für eine erfolgreiche Führungskommunikation ist absolut simpel: „Klar in der Sache, verbindlich im Ton.“ Es ist aus meiner Sicht absolut entscheidend, dass Ihre Mitarbeiter nicht nur verstehen, was Sie sagen – sondern auch, was das für sie bedeutet und welche Handlungen das nach sich zieht. Der Haken an der Sache: Diese Art von Klartext wird von vielen Führungskräften abgelehnt. Weil sie ihren Leuten keine harten Ansagen machen wollen. Unter anderem, weil sie Angst haben, sich dann unbeliebt zu machen und unfreundlich zu erscheinen. Ein absolutes Missverständnis, meint Klartext-Experte Thilo Baum in unserem Podcast. Für ihn ist die Sache eindeutig: „Klartext bedeutet nicht, vom Leder zu ziehen. Sondern, dass wir klar sagen, was wir denken – und nicht um den heißen Brei herumreden. Mit Unfreundlichkeit hat das nichts zu tun.“

Wischi-Waschi statt Klartext

Da kann ich ihm nur beipflichten. Denn die Schönrederei ist vielerorts zu einer echten Herausforderung geworden. Was bringt es dir, wenn du deinem Verkäufer sagst: „Deine Leistung ist verbesserungsfähig?“ Schlimmstenfalls denkt dein Gegenüber dann sogar, dass alles ok ist, weil er ja gutes Mittelmaß sei. Und falls Sie es mit einem Vertriebsmitarbeiter zu tun haben, der kein deutscher Muttersprachler ist: Der versteht unter Umständen nicht mal, dass diese Aussage als Kritik zu verstehen ist! Harmonie ist schön und gut – doch sie darf die Klarheit niemals verdrängen. Erst recht nicht, wenn davon der Erfolg Ihres Unternehmens abhängt. Was haben Sie davon, wenn Sie immer nur mit Ihren Leuten „kuscheln“? Damit verändern Sie nichts. Und denken Sie daran: Langfristig ist es nur eine Frage der Zeit, bis Everybody’s Darling zu Everbody’s Depp wird.

Mein Umsetzungstipp für Sie: Schauen Sie mal auf sich und auf die Kommunikation in Ihrer Abteilung oder Ihrem Unternehmen. Sprechen Sie Klartext – oder werfen Sie eher mit rhetorischen Wattebäuschen nach Ihren Mitarbeitern? Nehmen Sie das Thema in Angriff und trauen Sie sich, zu sagen, was Sache ist. Ihre Mannschaft wird es Ihnen danken!

Viel Erfolg und Glück auf!

Ihr Martin Limbeck

Verkaufen. Der Podcast von Martin Limbeck

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